Lieferkettentransparenz im Kupferhandel: Das EMRT bei Südkupfer

Lieferkettentransparenz im Kupferhandel: Das EMRT bei Südkupfer

Südkupfer unterstützt seine Kunden bei diesen wachsenden Anforderungen durch die Bereitstellung des Extended Minerals Reporting Template (EMRT). Dieses branchenweit etablierte Instrument ermöglicht einen standardisierten Austausch von Lieferketteninformationen und trägt zu mehr Transparenz innerhalb komplexer Wertschöpfungsketten bei.

Auch wenn wir derzeit keiner gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung solcher Informationen unterliegen, verstehen wir die Unterstützung unserer Kunden bei der Schaffung von Transparenz als wichtigen Bestandteil einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Zusammenarbeit.

Konfliktmineralien: Welche Rolle spielt Kupfer?

Im Zusammenhang mit Lieferkettentransparenz wird häufig der Begriff „Konfliktmineralien“ verwendet. Darunter werden in regulatorischen Kontexten in erster Linie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG) verstanden, deren Abbau in bestimmten Regionen mit Konfliktfinanzierung oder Menschenrechtsrisiken in Verbindung gebracht wurde.

Kupfer kann grundsätzlich ebenfalls aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten stammen. Im Unterschied zu den 3TG-Metallen existiert hierfür derzeit jedoch keine spezifische EU-Sorgfaltspflichtenregelung für Importeure. Die Nutzung des EMRT im Kupferkontext erfolgt daher nicht zur Erfüllung regulatorischer Konfliktmineralvorgaben, sondern zur Förderung von Transparenz und zur Unterstützung branchenüblicher Lieferkettenkommunikation.

Was ist das EMRT?

Das EMRT wurde von der Responsible Minerals Initiative entwickelt und dient als standardisierte Vorlage zur Weitergabe von Informationen über Mineralien entlang der Lieferkette. Neben Angaben zu Schmelzen und Raffinerien umfasst es auch standardisierte Fragen zu Unternehmensrichtlinien, Lieferantenanforderungen, Risikobewertung und Maßnahmen im Umgang mit identifizierten Risiken. Diese Angaben ermöglichen eine Einschätzung der Lieferkettenprozesse, stellen jedoch keinen Herkunftsnachweis oder eine gesetzliche Compliance-Bestätigung dar.

Wichtig ist aus unserer Sicht die klare Einordnung:

Das EMRT ist kein Zertifizierungssystem und liefert keine physische Rückverfolgbarkeit bis zur Mine. Vielmehr handelt es sich um ein Kommunikationsinstrument, das verfügbare Informationen aus vorgelagerten Lieferketten strukturiert zusammenführt und weitergibt. Genau in dieser Funktion setzen wir es bei Südkupfer ein.

Auch wenn das Template ursprünglich im Umfeld konfliktbezogener Mineraltransparenz entwickelt wurde, erfolgt seine Nutzung im Kupferkontext heute primär aus Gründen der Marktanforderung, Standardisierung und Kundenkommunikation, nicht aufgrund einer regulatorischen Konfliktmineralzuordnung.

EMRT Version 2.1 — Erweiterung und gestiegene Relevanz

Die aktuell eingesetzte Version 2.1 unterscheidet sich in ihrer praktischen Bedeutung deutlich von früheren Versionen des Templates. Während die ursprünglichen Ausgaben vor allem auf einzelne kritische Mineralien ausgerichtet waren, wurde der Anwendungsbereich schrittweise erweitert.

Mit Version 2.0 wurden ab 2025 insbesondere folgende Entwicklungen relevant:

  • Einbeziehung zusätzlicher strategischer Metalle wie Kupfer
  • stärkere Ausrichtung auf industrielle Transparenzanforderungen
  • erweiterte Struktur zur Darstellung von Smelterinformationen
  • bessere Anschlussfähigkeit an regulatorische Entwicklungen (z. B. Lieferkettenanforderungen und ESG-Reporting)

Für ein Handelsunternehmen im Kupfermarkt bedeutet dies konkret, dass das EMRT heute häufiger Bestandteil von Kundenanfragen ist als noch vor wenigen Jahren und eine deutlich größere praktische Relevanz besitzt.

Die Rolle von Südkupfer innerhalb dieses Prozesses

Südkupfer agiert innerhalb der Metalllieferkette als Händler. Wir betreiben weder Bergbau noch Verhüttung oder Raffination und greifen daher auf Informationen unserer vorgelagerten Partner zurück.

Unsere Aufgabe besteht darin, diese Informationen in einer Form bereitzustellen, die für Kunden nutzbar und anschlussfähig ist. Das EMRT hat sich hierfür als sinnvoller Standard etabliert.

Das Template wird bei Südkupfer auf Basis der verfügbaren Lieferantendaten erstellt und regelmäßig aktualisiert. Es umfasst insbesondere Angaben zu relevanten Schmelzen und Raffinerien innerhalb der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Das EMRT dient dabei als standardisierte Informationsgrundlage für alle Gesprächspartner. Individuelle, kundenspezifische EMRT-Versionen erstellen wir nicht.

Praxisrealitäten globaler Lieferketten

Bei der Nutzung des EMRT ist es wichtig, typische Gegebenheiten der Metallindustrie zu berücksichtigen.

  • Raffinerien verarbeiten Rohstoffe aus unterschiedlichen Quellen
  • Materialien werden entlang der Lieferkette weiterverarbeitet und zusammengeführt
  • Handelsströme werden aggregiert und international verteilt
  • eine physische Rückverfolgbarkeit bis zur Mine ist im Handelssegment branchenüblich nicht vorgesehen

Daher gilt:

Die Nennung eines Smelters im EMRT stellt keine Aussage über den Ursprung einzelner gelieferter Materialchargen dar, sondern spiegelt die verfügbaren Informationen aus vorgelagerten Strukturen wider.

Vor diesem Hintergrund ist neben der Struktur globaler Lieferketten auch der tatsächliche Materialfluss in industriellen Produktionsprozessen zu betrachten.

Einordnung zum Materialfluss sowie zum Bei- und Freistellungsgeschäft

In Gesprächen mit Kunden stellen wir gelegentlich fest, dass die Funktionsweise industrieller Materialflüsse sowie des sogenannten Bei- und Freistellungsgeschäfts nicht immer eindeutig nachvollziehbar ist. In der Metallindustrie werden Kupfermengen häufig nicht physisch von einem Standort zum nächsten transportiert, sondern bilanziell geführt und innerhalb der Lieferkette umgebucht.

Beim Bei- und Freistellungsgeschäft stellt ein Marktteilnehmer Materialmengen zur Verfügung („Beistellung“) oder gibt entsprechende Mengen zur Nutzung frei („Freistellung“), ohne dass zwangsläufig eine physische Lieferung erfolgt. Die Mengen werden auf Materialkonten geführt und entsprechend den Produktions- und Lieferanforderungen zwischen den beteiligten Parteien verrechnet.

Für die industrielle Weiterverarbeitung bedeutet dies, dass das tatsächlich in einem Vorprodukt eingesetzte Kupfer nicht zwingend aus einer spezifischen physischen Lieferung stammt, sondern aus dem verfügbaren Materialpool des verarbeitenden Unternehmens. In Schmelz-, Gieß- und Fertigungsprozessen werden Materialströme regelmäßig zusammengeführt, umgeschmolzen oder flexibel eingesetzt. Eine chargenscharfe Zuordnung des Materials zu einzelnen Bauteilen oder Endprodukten ist vor diesem Hintergrund branchenüblich nicht vorgesehen.

Wir können daher transparent über unseren eigenen Beschaffungsprozess und die vorgelagerten Lieferketteninformationen Auskunft geben. Für eine physische Rückverfolgbarkeit innerhalb von Bauteilen oder Baugruppen ist jedoch die jeweilige Produktions- und Lieferstruktur unserer Kunden und deren Vorlieferanten maßgeblich.

Aus unserer Erfahrung entsteht gelegentlich der Eindruck, dass das von uns gelieferte Kupfer unmittelbar in die Produktion spezifischer Vorprodukte einfließt. Tatsächlich erfolgt der Materialeinsatz in industriellen Prozessen flexibel und orientiert sich an Produktionsabläufen, Qualitätsanforderungen und Materialverfügbarkeiten.

Für eine detaillierte Rückverfolgung physischer Materialflüsse empfehlen wir daher, zusätzlich die direkten Vorlieferanten der jeweiligen Komponenten einzubeziehen.

Einkaufslogik & Transparenz

In der Praxis beobachten wir, dass Unternehmen ihre Transparenz- und Sorgfaltspflichtanfragen häufig auf Lieferanten mit hohem Einkaufsvolumen konzentrieren. Da der Materialwert von Kupferkathoden einen wesentlichen Kostenanteil darstellt, stehen Händler und Metalllieferanten dabei naturgemäß im Fokus entsprechender Anfragen.

Die tatsächliche Verarbeitung des Kupfers erfolgt jedoch in den nachgelagerten Fertigungsstufen. Die bei direkten Vorlieferanten anfallenden Umarbeitungs- und Verarbeitungskosten liegen häufig unter internen Prüf- oder Schwellenwerten und werden daher nicht immer mit gleicher Tiefe betrachtet.

Für eine umfassende Transparenz entlang der Wertschöpfungskette ist es jedoch entscheidend, auch diese direkten Vorlieferanten einzubeziehen. Dort findet die physische Verarbeitung des Materials statt, und dort entstehen die entscheidenden Informationen zur tatsächlichen Verwendung innerhalb von Komponenten und Baugruppen.

Transparenz zu vorgelagerten Lieferketteninformationen kann durch uns bereitgestellt werden. Eine vollständige Nachvollziehbarkeit innerhalb von Produkten entsteht jedoch erst durch die Einbindung aller relevanten Prozessstufen.

Aus unserer Erfahrung führt eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette zu deutlich belastbareren Ergebnissen als eine ausschließliche Fokussierung auf materialwertbasierte Einkaufsvolumina.

Mehrwert für Südkupfer Kunden

Die Bereitstellung des EMRT unterstützt unsere Kunden insbesondere bei:

  • eigenen Berichtspflichten
  • Lieferkettenbewertungen
  • internen Risikoanalysen
  • ESG-Dokumentation
  • standardisierter Kommunikation mit ihren Abnehmern

Unser Ansatz ist dabei bewusst pragmatisch: Wir stellen transparente Informationen innerhalb der Möglichkeiten unserer Position in der Lieferkette bereit, ohne Erwartungen an physische Rückverfolgbarkeit zu erzeugen, die in der Branche nicht realistisch umsetzbar sind.

Ausblick:

Die Bedeutung strukturierter Lieferketteninformationen wird weiter steigen, nicht nur regulatorisch, sondern auch marktseitig. Version 2.1 des EMRT zeigt bereits, dass sich Reportinginstrumente zunehmend an strategischen Industriemetallen orientieren.

Südkupfer verfolgt diese Entwicklungen kontinuierlich und passt seine Informationsbereitstellung entsprechend an, um Kunden auch künftig eine verlässliche und praktikable Datengrundlage zur Verfügung zu stellen.

Für weiterführende Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

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Von der Börse ins Kupfergeschäft – Mein Einstieg bei Südkupfer

Wer ich bin? Mein Name ist Jörn Schäfer, ich bin 30 Jahre alt, stamme ursprünglich aus der Nähe von Kassel und habe dort Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Mein Weg führte mich nach dem Studium direkt an die Börse Stuttgart, wo ich rund drei Jahre lang als Trader für Fonds und Aktien tätig war. Die Welt der Finanzmärkte hat mich schon immer begeistert – schnelle Entscheidungen, spannende Entwicklungen, Zahlen, Daten, Fakten.

Doch irgendwann wollte ich mehr – etwas, das noch näher an der realen Wirtschaft dran ist.

Als ich bei LinkedIn auf die von Südkupfer ausgeschriebene Stelle gestoßen bin, war ich sofort fasziniert: Die Kombination aus börslichem Handel und physischem Geschäft klang genau nach der Mischung, die ich gesucht hatte. Vielleicht liegt das auch ein bisschen an meinem familiären Hintergrund in der Landwirtschaft, denn auch im Agrarsektor werden Rohstoffe oft über Börsengeschäfte abgesichert. Das Thema Hedging war mir also nicht ganz fremd – und doch in dieser Dimension komplett neu.

Wie liefen die ersten Wochen so ab? Kurz gesagt: intensiv, spannend und lehrreich. Ich wurde Schritt für Schritt in die verschiedenen Systeme und Prozesse eingeführt, die unser Tagesgeschäft ausmachen. Am Anfang prasselten natürlich viele neue Informationen auf mich ein – wie ein wilder Kupferregen, könnte man sagen. Aber mit der Zeit setzte sich alles zusammen wie ein Puzzle, und die Abläufe wurden klarer und greifbarer.

Meine Aufgabe bei Südkupfer

Meine Aufgabe bei Südkupfer besteht darin, die börsliche Absicherung (Hedging) der Kupfereinkäufe unserer Kunden über unsere Handelspartner (Broker & Banken) abzuwickeln. Konkret läuft das so ab: Ein Kunde kontaktiert uns und gibt eine Bestellung auf – in den meisten Fällen passiert das telefonisch, manchmal auch per Mail. Und für Kunden, die es digitaler mögen: Über unser innovatives Kundenportal können Aufträge auch direkt online eingestellt werden – schnell, übersichtlich und jederzeit.

Nachdem uns ein Auftrag über die genannten Kanäle erreicht, erfolgt unmittelbar die börsliche Preisabsicherung dieses (physischen) Geschäfts, indem wir sogenannte Forwards kaufen. Über spezielle Chatkanäle, das gute alte Telefon und Handelsplattformen stehen wir mit unseren Handelspartnern in ständigem Kontakt. Der Preis dieser Forwards, die auf verschiedene Termine gekauft werden können, basiert auf dem aktuellen Kupferkurs. Über derartige Börsenkontrakte wird das Preisrisiko für unsere Kunden 1:1 abgesichert.

Anfangs war es gar nicht so einfach, den Überblick über alle Positionen zu behalten – aber mit etwas Übung und Routine wird man sicherer, schneller und souveräner.

Dann kam der „Trump-Moment“ – und mit ihm meine persönliche Feuertaufe.

Anfang April kündigte Donald Trump seinen sogenannten „Liberation Day“ an, was zu einem dramatischen Preisrutsch beim Kupfer führte – innerhalb weniger Tage fiel der Kurs um satte 1.600 € pro Tonne. Für viele unserer Kunden war das die perfekte Gelegenheit, sich günstig einzudecken. Für uns bedeutete das: Dauerbetrieb.

Das Telefon klingelte im Minutentakt. Wir nahmen Auftrag um Auftrag entgegen, pflegten die Daten ins System ein, sicherten die Preise ab – und das pausenlos. Über mehrere Tage hinweg herrschte Hochbetrieb, wie ich ihn bis dahin noch nie erlebt hatte. Die Zahlen am Ende dieser Woche waren rekordverdächtig: Wir handelten im Monat April so viel Kupfer wie noch nie in der Geschichte von Südkupfer. Meine Kollegen sagten danach lachend: „Willkommen im Team – das war deine Feuertaufe.“ Und ich konnte ihnen nur zustimmen. Es war anspruchsvoll, aber auch unglaublich lehrreich – und es hat mir gezeigt, wie dynamisch und spannend der Kupfermarkt sein kann.

Mein Fazit:

Mein Einstieg bei Südkupfer war intensiv und herausfordernd – doch rückblickend absolut lohnenswert. Die Verbindung von physischem Rohstoffgeschäft und Börsenhandel, der direkte Draht zu unseren Kunden und die vielen kleinen und großen Herausforderungen machen diese Tätigkeit für mich extrem abwechslungsreich und spannend. Ich freue mich auf alles, was noch kommt!

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Transparenz beim Kupferkauf: Der Product Carbon Footprint Report von Südkupfer

Die letzte Südkupfer-Story zum Thema Nachhaltigkeit im Kupfermarkt wurde im Juli 2023 veröffentlicht. Seitdem haben wir dieses aktuelle und anspruchsvolle Thema bei Südkupfer konsequent weiterverfolgt. In den vergangenen zwölf Monaten hat Südkupfer die Scope 1 und Scope 2 Emissionswerte für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 gemessen. Auch die Emissionswerte für den Kupfereinkauf liegen mittlerweile vor. Für ein Handelsunternehmen in der Kupferbranche stehen die Scope 3 Werte und insbesondere der Kupfereinkauf im Fokus. Der Kupfereinkauf von Südkupfer steht für mehr als 99% der Gesamtemissionen. Dies war der entscheidende Faktor für die Idee, einen Report für unsere Kunden über den Product Carbon Footprint (PCF) des für sie eingekauften bzw. zur Verfügung gestellten Kupfers (Kupferkathode) zu entwickeln.

IT-gestützte Algorithmen ermöglichen Transparenz in der Lieferkette

Die teilweise sehr hohe Komplexität der Freistellungswege im Beistellungsgeschäft – stellte uns bei der Entwicklung des Reports vor große Herausforderungen. Im Gegensatz zur klassischen Lieferkette, bei der das Rohmaterial direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert wird, können in unserem Geschäftsmodell mehrere Vorproduzenten zwischen uns und dem kaufenden Kunden stehen. Das bei Südkupfer gekaufte Kupfer wird in der Regel eben nicht direkt beim Kunden angeliefert, sondern dessen Vorproduzenten zur Verfügung gestellt. Der Zugang des Materials wird auf einem sogenannten Kupferkonto dokumentiert. Der Vorproduzent kann das Kupferkontoguthaben nun einem weiteren Vorlieferanten durch eine Freistellung vom Konto zur Verfügung stellen oder das Kupfer auch physisch anliefern lassen. Dieser Vorgang kann beliebig oft fortgesetzt werden. Erst am Ende dieser Kette ist die Rückverfolgung sämtlicher Freistellungen und physischer Liefervorgänge mit Hilfe eines IT- unterstützten Algorithmus möglich.

Südkupfer liefert bei einigen Vorproduzenten in der Lieferkette regelmäßig Kupferkathoden an. Diese Kupferkathoden stammen von vielen unterschiedlichen Kathodenproduzenten, die ihre eigene Marke, sogenannte „Kupferkathodenbrands“ herstellen. Die Kathodenbrands liefern dem Weiterverarbeiter beispielsweise Informationen hinsichtlich Herkunft und Qualität der Kathode. Von einigen Herstellern werden mittlerweile auch Informationen zum Recyclinganteil und zum PCF der Kathodenbrands veröffentlicht. Darauf sind wir in unserer letztjährigen Story bereits vertiefend eingegangen. Bei der Anlieferung von Kathoden gibt es eine Reihe von Gegebenheiten, die zu beachten sind: Einige Vorlieferanten benötigen aus Qualitätsgesichtspunkten einen für ihren Produktionsprozess definierten „Kathodenmix“. Über eine Brandliste bestimmen sie, welche Kathoden angenommen werden und welche nicht.

Die Kennzahlen hinsichtlich der Emissionsfaktoren und dem Anteil an eingesetztem Sekundärmaterial können von Kathodenbrand zu Kathodenbrand sehr unterschiedlich ausfallen. Als Vergleich ist es sinnvoll, auf die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle herausgegebenen Emissionsfaktoren für Kupferkathoden zu schauen. Dort wird ein durchschnittlicher PCF über 6.658 kgCO2e/Tonne Kupferkathode ausgewiesen¹. Eine weitere Berechnung für einen globalen Durchschnittswert wird durch eine Studie der International Copper Association (ICA) herausgegeben. Das ICA kommt mit seiner Studie auf 3.965 kgCO2e/to Kupferkathode². Der Wert des ICA ist bedeutend geringer, da für die Studie ausschließlich auf die Daten von Mitgliedern des ICA zurückgegriffen wurde.

Der Durchschnittswert des ICA fließt in die PCF-Berechnung mit ein

Für das PCF-Reporting von Südkupfer macht der Ansatz des ICA Sinn, da unser Lieferantenstamm gut durch das ICA abgedeckt wird. Die damit einhergehende Ermittlung eines globalen Durchschnitts wird in unserer Berechnung für Kathodenbrands angesetzt, deren PCF bislang noch nicht veröffentlicht wurde bzw. für den Fall, dass der Brand nicht bekannt war. Für alle übrigen Kathodenbrands fließt der vom Kathodenhersteller veröffentlichte PCF in die Berechnung ein. Hieraus errechnete sich für das Jahr 2022 ein durchschnittlicher PCF von 2.756 kgCO2e/Tonne Kupferkathode für die von Südkupfer in diesem Zeitraum eigekauften Kupferkathoden.

Um unseren Kunden mit unserem PCR-Report eine möglichst hohe Transparenz zu bieten, begnügen wir uns bei Südkupfer jedoch nicht mit der Berechnung und Veröffentlichung eines durchschnittlichen Kupferkathodeneinkaufs, sondern grenzen den PCF nach Kunde und damit einhergehend gemäß den erfolgten Freistellungen im Berichts-Quartal ab. Unsere Kunden erhalten somit einen Report über einen durchschnittlichen PCF sowie eine Recyclingquote, der ihre individuelle Lieferkette pro Quartal abbildet. Je nach Freistellungs-Verhalten des Kunden bzw. dessen Vorlieferanten können PCF und Recyclingquote quartalsweise schwanken.

Damit das funktioniert, wird im ersten Schritt systemisch getrackt, welche Kathodenbrands in welcher Menge bei den kathodenverarbeitenden Vorproduzenten durch Südkupfer im Quartal angeliefert werden. Auf dieser Grundlage wird ein Durchschnittswert berechnet. Im zweiten Schritt kann über die Rückverfolgung der Freistellungen der Kunden nachvollzogen werden, wie viel Kupfer die Kunden bei den verschiedenen Vorlieferanten im Quartal freigestellt haben. Der durchschnittliche PCF und die durchschnittliche Recyclingquote werden anschließend anteilig an die Kunden, je nach freigestellter Menge weiterverteilt. Auf dieser Basis wird wieder ein Durchschnittswert gebildet. Dieser Prozess erfolgt so lange bis alle Freistellungen des Kunden abgebildet werden können.

Auf diese Weise wird die physische Lieferkette der Kupferkathode so genau wie möglich abgebildet, sodass unsere Kunden den PCF und die Recyclingquote des Kupfers erhalten, das auch tatsächlich in ihrer physischen Lieferkette angeliefert wurde. Wir müssen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dieses Vorgehen lediglich den Kupfereinkauf von Südkupfer abdeckt. Auf PCF und Recyclingquote des Materials, das tatsächlich vom Vorproduzenten in seinem Produktionsprozess eingesetzt wird, hat Südkupfer keinen Einfluss.

Unser Report in Abgrenzung zu Spezialprodukten wie bspw. „Green Copper“

Einige Kathodenhersteller unterscheiden zwischen regulären und speziellen Kupferkathoden. Die Spezialprodukte weisen bessere Eigenschaften hinsichtlich CO2-Fußabdruck und Recyclingquote auf. In der Regel muss für diese Spezialprodukte ein Aufschlag auf die Kathodenprämie entrichtet werden. Im Gegenzug erhält der Kunde ein Zertifikat, welches ihm den Kauf der besonders „grünen“ Kathode bescheinigt. In die Berechnung des PCF-Reports von Südkupfer fließt der Einsatz von „Green Copper“-Kathoden nicht ein. Grund dafür ist, dass der Kunde das Zertifikat vom Hersteller erhält und die besseren Werte dem Käufer direkt zugutekommen sollen. Auf diese Weise wird sowohl ein Durchschnitt für die regulären Kathoden gebildet und der Käufer der „Green Copper“ Kathoden kann darüber hinaus den zertifizierten Wert dieser Spezialkathoden in einem nächsten Schritt verrechnen. Somit ist sichergestellt, dass PCF und Recyclingquote der „Green Copper“ Kathode einen direkten Einfluss auf die individuelle Berechnung beim Käufer haben.

Unser Service

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Report mehr Transparenz in Bezug auf die Nachhaltigkeit Ihrer Kupfereinkäufe bieten zu können. Den PCR-Report inklusive der einbezogenen Freistellungen können Sie einfach über unser Kundenportal einsehen. Sollten Sie noch keinen Zugang zum SÜDKUPFER Kundenportal haben, informieren Sie sich gerne über folgenden Link: https://www.suedkupfer.de/kundenportal/.

Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihr SÜDKUPFER – Team

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Kupfermanagement über das SÜDKUPFER Kundenportal: Wie unser Kunde, die Firma Partzsch Spezialdrähte, davon profitiert.

Beide Unternehmen schätzen dabei die langfristige Ausrichtung ihrer geschäftlichen Beziehungen. Im persönlichen Austausch – nicht nur in Sachen Markteinschätzung und Strategien – haben beide Seiten schon vor einiger Zeit den Bedarf für eine digitale, einfache und sichere Form der Abwicklung des gesamten Kupfermanagements erkannt. Wir als Entwickler und Partzsch als User des Portals haben die Herausforderung angenommen, die Grenzen des Gewohnten zu überwinden.

Das SÜDKUPFER Kundenportal ist eine digitale Plattform, die nicht nur verspricht, sondern auch liefert! Über 100 SÜDKUPFER Kunden nutzen das Portal bereits regelmäßig für Ihre täglichen Kupfertransaktionen – werden auch Sie User!

Das sagt unser Kunde Partzsch Spezialdrähte zum SÜDKUPFER Kundenportal:

„Als wir zum ersten Mal vom neuen Südkupfer Kundenportal hörten, waren wir ziemlich gespannt. Es hieß, es sei etwas ganz neues, kundenfreundliches und sehr einfach zu bedienen. Nach der Anmeldung wurden wir sofort vom „Cockpit“ beeindruckt – ein zentraler Ort, an dem wir den Kupferkontostand, geplante Freistellungen, offene Aufträge und Rechnungen sowie Orders für Preisfixierungen und Freistellungen mühelos verwalten können.

Das digitale Kupferkonto und die Möglichkeit, Dokumente herunterzuladen, machen das tägliche Handling unserer Kupfergeschäfte äußerst komfortabel – rund um die Uhr. Alles, was wir brauchen, ist auf einen „Klick“ verfügbar, und die klare Benutzerführung macht das Handling sehr einfach. Das Kundenportal ist in unserer täglichen Arbeit mit SÜDKUPFER nicht mehr wegzudenken – unsere Kupfergeschäfte können wir damit effizient gestalten. Es ist ein großartiges Beispiel für gelungene Digitalisierung, die den Kunden in den Mittelpunkt stellt.“

Tina Büttner, Partzsch Spezialdrähte

Armin Mohn von Südkupfer meint dazu:

„Wir sind mächtig stolz auf unser Kundenportal. Unser Ziel, das Tagesgeschäft unserer Kunden zu vereinfachen sowie transparent, benutzerfreundlich und sicher zu gestalten, haben wir mit dem Kundenportal vollumfänglich erreicht. Die ganze Story zum Kundenportal setzt konsequent unsere Geschäftsphilosophie um – die Bedürfnisse unserer Kunden stehen dabei immer im Mittelpunkt. Das Kundenportal hat sich im täglichen Doing innerhalb kürzester Zeit bei vielen unserer Kunden etabliert und zeigt, dass Digitalisierung einen echten Mehrwert schaffen kann!“

Ausblick

Bereiten Sie sich darauf vor, Ihre Kupfertransaktionen auf eine neue Stufe zu heben!

Die Erfolgsgeschichte von Partzsch Spezialdrähte mit dem neuen SÜDKUPFER Kundenportal ist erst der Anfang. Die ständige Weiterentwicklung von Technologien ermöglicht es uns, das Kundenportal kontinuierlich auszubauen und zu verbessern. Zukünftige Updates werden darauf abzielen, die Effizienz weiter zu steigern, um Ihren Arbeitsalltag noch komfortabler zu gestalten. Egal, ob Sie in einem kleinen mittelständischen Unternehmen oder in einem global agierenden Unternehmen arbeiten – wir werden Ihnen Funktionen anbieten, die Ihre Kupfertransaktionen bestmöglich unterstützen!

Support

Um sicherzustellen, dass Sie stets das Beste aus dem Südkupfer Kundenportal herausholen, stehen Ihnen bei Fragen oder auch für Schulungen Heike Ohlenberg (Tel. +49 7022 9566 33, E-Mail: h.ohlenberg@suedkupfer.de) und Manuel Bauer (Tel. +49 7022 9566 88, E-Mail: m.bauer@suedkupfer.de) zur Verfügung.

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Der Kupfermarkt im Wandel

Der Kupfermarkt im Wandel

Inzwischen wurde der für die Energiewende in hohem Maße benötigte Rohstoff sogar auf die „Liste der kritischen Rohstoffe“ der EU aufgenommen. Von „kritischen Rohstoffen“ spricht man in dieser Hinsicht, wenn ein Rohstoff eine hohe ökonomische Relevanz gepaart mit befürchteten Versorgungsrisiken aufweist. Während auf der einen Seite zukünftige Versorgungsrisiken diskutiert werden, steigen auf der anderen Seite die Marktanforderungen für das rote Metall. Qualitätsmerkmale und Qualitätsstandards, die den Kupfereinkauf bereits seit vielen Jahren prägen, werden nun um Nachhaltigkeitsfaktoren erweitert. Das verändert die Marktanforderungen für den Rohstoff und beeinflusst die Einkaufsentscheidungen und -strategien auf eine neue Art und Weise. Ist das Angebot an „nachhaltigem“ Kupfer groß genug, um den für die Energiewende nötigen Bedarf zu decken? Es könnte ein Spannungsfeld zwischen neuen Marktanforderungen und Versorgungsrisiken entstehen.

„Nachhaltigkeit“ wird die Kupferwelt verändern

Mittlerweile ist der Megatrend „Nachhaltigkeit“ aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Vielmehr ist er gekommen, um zu bleiben. Der Grundstein dafür wurde 2015 von den Vereinten Nationen mit der Aufstellung der 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG) gelegt. Aus den darin formulierten Herausforderungen entwickelten sich nationale Strategien, die sich wiederum in unseren heutigen und zukünftigen Gesetzen und Marktanforderungen wiederfinden. Aktuelle Beispiele für die zunehmenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen an Unternehmen in Deutschland sind beispielsweise die EU-Konfliktmineralien-Verordnung, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) oder die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Fakt ist: Die Fahrtrichtung für Nachhaltigkeit ist vorgegeben und wird unsere Gesellschaft sowie die Wirtschaft weiter prägen.

Obgleich die Zunahme der regulatorischen Anforderungen und neue Marktgegebenheiten für das Kupfer-Business sehr herausfordernd sind, so beinhalten diese Veränderungen auch große Chancen, insbesondere durch die anstehende Dekarbonisierung der Energiewirtschaft. Ob Elektrofahrzeuge oder Windkraftanlagen: die Energiewende wird hohe Mengen des Industriemetalls benötigen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, eine CO2-Neutralität bis 2050 zu ermöglichen. Der Weg in Richtung CO2-Neutralität zahlt dabei voll auf das SDG 13 „Klimaschutz und Anpassung“ ein. Auch wenn Kupfer essenziell zur Erreichung der CO2-Neutralität ist, so darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Elektrolyse-Prozess in der Kupfergewinnung sehr CO2-intensiv ist. Hieraus entsteht eine Art Zielkonflikt. Um diesen Konflikt so gut wie möglich aufzulösen, haben sich viele Kathodenhersteller der Nachhaltigkeit verpflichtet. Der CO2-Ausstoß pro Tonne Kupfer, der sogenannte „Product Carbon Footprint“ (PCF), findet bereits Niederschlag in den Nachhaltigkeitsberichten zahlreicher Kupferproduzenten. Während der CO2-Footprint für eine Tonne Kupfer im weltweiten Durchschnitt bei 4 Tonnen CO2-Äquivalent (CO2e) liegt, weist der Nachhaltigkeitsbericht der größten deutschen Kupferhütte Aurubis bereits einen PCF von 1,46 Tonnen CO2e pro Tonne Kupferkathoden aus. Dem Bericht nach hat sich dieser Wert seit 2013 um 36% reduziert. Das deutsche Unternehmen möchte noch vor 2050 klimaneutral werden.

Wirkungsvolle Methoden, um diese Werte weiter zu reduzieren, sind der Einbezug von Ökostrom und der Einsatz von Recyclingmaterial. Kupfer lässt sich beliebig oft recyceln, was den Recyclingprozess zum ultimativen Mittel zur Verbesserung des CO2-Footprints macht. Auf diesem Weg gelingt es den Produzenten, den energieintensiven Prozess von der Förderung bis zum Elektrolyse-Prozess zu optimieren. Ein gutes Beispiel für den Wirkungsgrad dieser Methode ist der PCF, der bei den Montanwerken Brixlegg produzierten, Kathoden. Das österreichische Recyclingunternehmen produziert Kathoden aus recyceltem Kupfer und erreicht damit einen außergewöhnlich niedrigen PCF von 0,739 Tonnen CO2e pro Tonne Kupferkathoden. In Deutschland wird aktuell etwa die Hälfte der Bedarfe durch recyceltes Material gedeckt. Vor dem Hintergrund einer drohenden Versorgungsproblematik für die anstehende Energiewende reichen die derzeitigen recycelten Kupferkathoden zur Deckung des Gesamtbedarfs allerdings bei Weitem nicht aus.

Ausblick

Mit Blick auf die dargestellten, drohenden Versorgungsrisiken stellt sich die Frage, wie die Weichen im Kupfermarkt im Falle einer Engpasssituation gestellt werden. Wird ein geringerer CO2-Footprint beim Kupfer weiter forciert werden oder wird die Gesellschaft bereit sein höhere CO2-Emissionen beim Kupfer in Kauf zu nehmen, um die Energiewende zu beschleunigen und erst in der Folge die zukünftige Reduktion der CO2-Emissionen zu unterstützen?

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Kupfer – unverzichtbar für die Energiewende

Die Energiewende beschleunigt sich

Schon davor hat die Klimakrise zu einem stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung geführt. Der Ukrainekrieg fungiert jetzt als zusätzlicher Beschleuniger dieser Entwicklung. Viele Staaten und Unternehmen fahren ihre Investitionen in erneuerbare Energien massiv hoch, um in naher Zukunft klimaneutral und energieautark aufgestellt zu sein. Um hierzulande schneller unabhängig zu werden von russischem Gas und Öl, soll sich die Leistung der Windenergieanlagen in Zukunft verdoppeln, die von Solaranlagen sogar vervierfachen.

Bis 2050 soll Europa der erste Kontinent werden, der nur noch unvermeidbare Treibhausgase ausstößt und diese wenigen Emissionen vollständig ausgleicht, um einen weltweiten Temperaturanstieg möglichst unter 1,5 Grad zu erreichen

Kupferbedarf dürfte zukünftig exponentiell steigen

Bei all den Anstrengungen führt dabei kein Weg an Kupfer vorbei, denn Kupfer findet sich überall dort, wo es um die Durchleitung von Strom geht. Dementsprechend groß wird der Bedarf in der Zukunft sein, um die Megatrends Dekarbonisierung, E-Mobilität und Digitalisierung weiter voranzutreiben und auszubauen.

Laut einer Marktanalyse des Finanzdienstleisters S&P Global könnte sich der Ausbau jedoch wegen der begrenzten Verfügbarkeit des Industriemetalls verzögern. Solarkraftwerke benötigen doppelt so viel, Offshore-Windkraftanlagen bis zu fünfmal so viel Kupfer pro Megawattstunde wie klassische Kraftwerke.

„Die Energiewende wird viel stärker von Kupfer abhängig sein als unser derzeitiges Energiesystem“, sagte Daniel Yergin, stellvertretender Vorsitzender von S&P Global, dem US-Sender CNBC.

S&P Global prognostiziert in seinem Bericht, dass sich der jährliche, weltweite Kupferbedarf bis 2035 auf 50 Millionen Tonnen fast verdoppeln und bis 2050 die Nachfrage sogar mehr als 53 Millionen Tonnen erreichen wird.

Kumuliert würde dann der Kupferverbrauch der nächsten 28 Jahre den gesamten Kupferverbrauch der letzten 120 Jahre übersteigen. Bei der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger multiplizieren sich die benötigten Mengen sehr schnell.

Die Investmentbank Goldman Sachs läutete letztes Jahr in ihrer Studie gar ein neues Zeitalter ein und betitelte Kupfer als das neue Öl – „no decarbonisation without copper“. Goldman Sachs erwartet, dass allein der Bedarf an Windkraftanlagen 20% der Kupfernachfrage aus erneuerbaren Energien ausmachen wird. Für die Elektromobilität wird bis zu 40% benötigt werden, hauptsächlich für Ladeinfrastruktur und Motoren.

Die Berenberg-Bank bläst in dasselbe Horn und sprach gar von einem Superzyklus der Industriemetalle in den kommenden Jahrzehnten, ausgelöst durch die Dekarbonisierung.

Der jüngste Preisrutsch von 35% dürfte daher nur eine Momentaufnahme sein, da die grundlegenden Nachfragetreiber auch in Zukunft Bestand haben werden.

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Kupfervorkommen und Verfügbarkeit

Wenn sich die Nachfrage nach Kupfer bis 2035 verdoppeln wird, wie sieht es dann mit dem Angebot aus?

Kupfervorkommen sind, anders als viele andere Rohstoffe, über den gesamten Globus verteilt und in über 20 Ländern zu finden. Laut der International Copper Study Group (ICSG) waren 2019 die größten Produzentenländer Chile, Peru, China und die USA. Weitere bedeutende Vorkommen gibt es in Australien, Indonesien, Russland, Kanada, Sambia, Polen, Kasachstan und Mexiko.

Die weltweiten Kupfervorräte werden derzeit auf ca. 870 Millionen Tonnen geschätzt. Daten der US-Geological Survey zufolge belaufen sich die globalen Kupferressourcen auf insgesamt 5.000 Millionen Tonnen. Diese beinhalten neben den bestehenden Vorräten auch entdeckte und potenziell profitable Lagerstätten sowie unentdeckte Lagerstätten, die auf der Grundlage vorläufiger geologischer Untersuchungen vorhergesagt wurden.

Hinzu kommt, dass momentan schon 35% des Bedarfs mit recyceltem Kupfer gedeckt wird. Jedes Windrad und jedes Kabel ist somit eine potenzielle Kupferquelle für die Zukunft.

Ausblick

Getrieben durch den Megatrend „Dekarbonisierung“ und die Energiewende ist davon auszugehen, dass die Kupfernachfrage in den kommenden Jahren exponentiell steigen wird. Zwar sind Kupfervorkommen in umfangreichem Maße global vorhanden. Die Frage wird jedoch sein, ob Fördermöglichkeiten und Förder-kapazitäten mit der wachsenden Nachfrage mithalten können.

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Kupfer als Allroundmetall

Wofür wird Kupfer verwendet?

Hauptsächlich wird Kupfer in verschiedene Elektroinstallationen verarbeitet, z.B. in Kabeln, Leitungen, Drähten, Leiterplatten, Batterien oder Elektrogeräten. Das macht ganze 57% der insgesamt 1,2 Mio. Tonnen Kupfer in Deutschland aus. Weitere 15% werden im Bauwesen eingesetzt, hauptsächlich für Installationsrohre oder als Fassadenverkleidungen. 9% werden im Automobilsektor genutzt, 8% im Maschinen- und Anlagenbau. Nur 5% gehen in den klassischen Handel. Verwendung findet Kupfer auch in Türschlössern, Beschlägen, Musikinstrumenten, Münzen oder Glocken. Kupfer ist also ein echtes Allroundtalent.

Kaum ein Rohstoff wurde in der Menschheitsgeschichte häufiger verarbeitet als das schon in der Steinzeit bekannte rote Metall.

Eine rasant ansteigende Kupfernachfrage wird aufgrund der Herstellung von Elektrofahrzeugen erwartet. Im Moment befinden sich in den meisten PKWs durchschnittlich 25kg Kupfer. Für Elektroautos werden Autobauer zukünftig aber bis zu 80kg benötigen (laut dem Bergbaukonzern BHP Billiton). In Fachkreisen wird sogar ein Nachfragezuwachs von bis zu 340% bis zum Jahr 2050 erwartet.

Sollte die Nachfrage nach dem beliebten Industriemetall jedoch weiterhin so deutlich ansteigen, werden weder die bisher abgebauten Reserven noch die bisher bekannten Ressourcen den Bedarf decken können. Eine Möglichkeit, um das zu verhindern, ist die Ressourcenschonung durch Recycling.

Kupfer lässt sich ohne Qualitätsverlust recyceln.

Durch Recycling werden Ressourcen geschont, die Umweltbelastung verringert und es werden Energieeinsparungen erzielt. Kupfer ist der Werkstoff, der wohl in der ganzen Welt am häufigsten wiederverwertet wird, denn das Metall lässt sich ohne Qualitätsverlust wieder aufbereiten. Die Menschheit verbraucht Kupfer also nicht – sie gebraucht es. Theoretisch bleibt also das gesamte jemals abgebaute Kupfer für immer nutzbar. Schon seit vielen Jahren ist der Handel mit Schrotten und Altmaterial für Kupfer und Kupferlegierungen gut organisiert. Die weltweite Recyclingquote liegt nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) allerdings erst bei 50%.

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Warum die Gefahr besteht, dass Kupfer immer teurer wird.

Die Gründe für den Preisanstieg bei Industriemetallen

Der Kupfermarkt präsentierte sich im vergangenen Jahr und zu Beginn des Jahres 2021 stark unterversorgt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde in vielen Minen (vor allem in Chile und Peru) weit weniger Kupfer gefördert als üblich.
Zu Beginn der Pandemie sank zunächst die weltweite Industrienachfrage nach Rohstoffen, insbesondere die Basismetalle haben stark an Wert verloren. Doch im Gegensatz zu den westlichen Industrieländern erholte sich die Wirtschaft in China sehr zügig. Der Import von Kupferraffinade und Kupferkonzentraten nach China erreichte daraufhin neue Rekordstände. Vor allem der Staat nutzte die niedrigen Kupferpreise, um seine Rohstoffreserven massiv aufzubauen. Dies führte zu einem Angebotsdefizit auf dem Kupfermarkt und infolgedessen zu Preissteigerungen, die sich bis in das 1. Halbjahr 2021 hineinzogen.
Ein weiterer Grund war die äußerst positive Grundstimmung an den Finanzmärkten. Internationale Finanzakteure investierten viele Milliarden USD in die Metallmärkte, um an dem neuen Superzyklus, der von mehreren Investmentgesellschaften ausgerufen wurde, teilhaben zu können.

Wird dieser Preisanstieg anhalten?

Da sich die Angebots- und Nachfragesituation allmählich entspannt und China mit der (teilweisen) Freigabe staatlicher Rohstoffreserven den hohen Preisen entgegentritt, könnten wir möglicherweise bereits die höchsten Kupferpreise in diesem Jahr gesehen haben. Die Überhitzung der Preise wurde, wie zu Beginn der Story beschrieben, bereits ein Stück weit korrigiert. Diese Tendenz zu niedrigeren Kupferpreisen könnte noch etwas anhalten, sollte tatsächlich das Ende der nachfragestarken Zeit eingetreten sein.

Im kommenden Jahr sollte die Angebotsausweitung (Minenproduktion +3,7%, Raffinade Produktion +3,1%) den Nachfrageanstieg (+3,0%) nach Ansicht der International Copper Study Group (ICSG) übertreffen, sodass wir eine ausgeglichene Bilanz erwarten können.

Langfristig wird die Kupfernachfrage aber laut ICSG von Infrastrukturmaßnahmen in großen Ländern wie China und Indien ebenso profitieren wie von dem globalen Trend zu sauberer Energie und Elektromobilität. Um die erwartete langfristig höhere Kupfernachfrage zu befriedigen, bedarf es nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank jedoch einem deutlich höheren Angebot. Zwar kommen ab diesem Jahr neue Minenkapazitäten an den Markt, die vor vier bis fünf Jahren angestoßen wurden. Werden aber nicht weitere Kapazitäten geschaffen, dürfte der Kupfermarkt gegen Ende des Jahrzehnts stark unterversorgt sein und die Preise würden massiv anziehen. Die aktuell hohen Preise sollten jedoch Anreize zur Erschließung neuer Vorkommen und zur Expansion bestehender Minen geben – sofern die Minenbetreiber diese als nachhaltig betrachten. Laut Einschätzung des unabhängigen Research-Instituts CRU liegt der sogenannte Incentive Price zum Bau neuer Minen bei gut 7.000 USD je Tonne, etwa 25% unter dem aktuellen Preis.

Preis- und Mengenabsicherung bleibt das Mittel der Zeit, um Risiken zu minimieren!

Planungssicherheit auf Grundlage verlässlicher Preis- und Mengenabsicherungen beim Kupferkauf ist daher mehr denn je ein wichtiges Thema. Mit SÜDKUPFER an Ihrer Seite verringern Sie das finanzielle Risiko durch Preisschwankungen an der Börse und Sie sichern sich Ihre physischen Bedarfsmengen ab. Unsere langjährige Erfahrung und unsere tiefe Marktkenntnis helfen Unternehmen auch in schwierigen Zeiten planbar und sicher zu handeln.

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Rohstoffbeschaffung wird mehr und mehr zur Herausforderung

Im Jahr 2019 verarbeiteten die Industrieunternehmen weltweit mehr als 60 Milliarden Tonnen an Metallen und anderen Rohstoffen. Durch die fortschreitenden Technologien werden immer mehr Rohstoffe in der Produktion benötigt und verwendet – inzwischen werden 90 der 118 Elemente des Periodensystems verarbeitet – doppelt so viele wie noch vor 100 Jahren.

In den vergangenen 50 Jahren ist der globale Rohstoffbedarf um 50 Prozent gestiegen und dieser steigt weiter massiv an. Dass die Beschaffung der Rohstoffe trotz besserer Logistik, weltweiter Vernetzung und einer in weiten Teilen globalisierten Wirtschaft immer mehr zur anspruchsvollen Herausforderung wird, hat unterschiedliche Gründe.

Zunehmender Protektionismus, politisch instabile Situationen in den Förderländern sowie eine wachsende Anbieterkonzentration sind Gründe für diese Entwicklung. So erwarten viele Einkäufer zunehmende Probleme in der Rohstoffversorgung (Quelle: Rohstoffstudie-2020 Inverto/Handelsblatt).

Viele Einkäufer gehen von weiter steigende Rohstoffpreisen aus

Man muss daher auch kein Prophet sein, um mit einer Verteuerung der Rohstoffpreise zu rechnen. Branchenkenner und Einkaufsexperten erwarten vor allem im Metallsektor, bei den Strompreisen und in den Kunststoffmärkten Preissteigerungen. Da Rohstoffpreise äußerst volatil sind, müssen Einkäufer versuchen, die extremen Preisschwankungen rund um die Beschaffung von Rohstoffen in den Griff zu bekommen. Bei börsennotierten Rohstoffen ist das in der Regel auch möglich. In vielen Unternehmen haben die Rohstoffpreise einen enormen Einfluss auf das Geschäftsergebnis, in manchen Branchen sind sie sogar der größte Kostenfaktor. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Einkäufer mehr und mehr strategisch denken und sich mit den Möglichkeiten zur Preissicherung auseinandersetzen.

Allerdings rücken durch die Corona-Pandemie die Rohstoffpreise als bedeutender Kostenfaktor etwas in den Hintergrund, da viele Unternehmen durch die unsicheren konjunkturellen Entwicklungen auch rückläufige Absatzmengen befürchten.

Hedging oder Hamsterkäufe?

Die Optimierung der Lagerhaltung und eine größere Bevorratung der benötigten Rohstoffmengen hat für die meisten Unternehmen Grenzen und ist als dauerhafte Schutzmaßnahme vor Preisschwankungen nicht ausreichend.

Einkäufer, denen berechenbare Kosten wichtig bzw. für die Unternehmen elementar sind, sollten insbesondere beim Kupferkauf auf Hedging setzen. Hedging bietet Verlässlichkeit und Planungssicherheit in diesen herausfordernden Zeiten. Sprechen Sie mit uns!

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Warum die Risiken beim Kupferkauf tendenziell steigen

Auf Grundlage ihrer aktuellen Studien und Marktbeobachtungen gehen die Experten der DERA davon aus, dass die Risiken am Kupfermarkt zunehmen werden. Die Nachfrage nach Kupfer hat wieder angezogen und wird mit großer Sicherheit auch weiter stark ansteigen. Nachdem die Weltmärkte nun offenkundig mit den Umständen, die durch das Coronavirus verursacht werden, besser zurechtkommen, läuft der weltweite Kupferabbau wieder auf Hochtouren.

 

 

Durch den steigenden Bedarf verlagert sich die Förderung zunehmend auch in politisch instabile Länder. Der Haupttreiber der Nachfrage ist eindeutig China. Offenkundig ist der Rohstoff- insbesondere der Kupferbedarf dort auch in Zukunft gewaltig. China ist weiterhin der wichtigste Kupferkäufer auf dem Weltmarkt. Derzeit schöpft das Land rund 50 Prozent des weltweiten Bedarfs ab.

Hinzu kommt, dass China seine Produktionskapazitäten für raffiniertes Kupfer stetig ausgebaut. Derzeit beträgt der chinesische Anteil als Produzent von raffiniertem Kupfer bereits über 30 Prozent. Diese Entwicklung wird die Preise am Kupfermarkt nicht unberührt lassen.

Südamerika ist noch immer der größte Kupferproduzent

Chile ist mit einem Anteil von etwas 28 Prozent an der weltweiten Kupferförderung zwar immer noch das bedeutendste Förderland, konnte jedoch nicht mit der weltweit steigenden Bergwerksförderung mithalten und hat globale Anteile verloren.

Die Kupferproduktion verlagert sich in politisch instabile Länder

Andere Länder wie Peru und der Kongo haben in den letzten zehn Jahren ihre Produktion deutlich steigern können. Die Demokratische Republik Kongo hat Sambia als wichtigstes Kupferbergbauland in Afrika abgelöst und ist nun das viertwichtigste Kupferförderland weltweit.

Die globale Kupferförderung verlagert sich damit in instabile und risikoreiche Länder. Eine Entwicklung, die in den nächsten Jahren anhalten wird, da im Kongo neue Kupferprojekte entwickelt werden.

Mehr Informationen dazu finden Sie in der aktuellen DERA Rohstoffinformation mit dem Titel: Risikobewertung Kupfer, die im September 2020 veröffentlicht wurde.

 

 

Fakt ist, die Versorgungssicherheit mit Kupfer wird in der Zukunft noch wichtiger werden und die Kupferpreise werden volatil bleiben, was die Preissicherung damit zu einem weiterhin wichtigen Thema in Bezug auf die Planungs- und Kalkulationssicherheit macht. Mit SÜDKUPFER haben Sie dabei den richtigen Partner im Boot: „Kupfer kaufen – aber sicher“!

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