Südkupfer unterstützt seine Kunden bei diesen wachsenden Anforderungen durch die Bereitstellung des Extended Minerals Reporting Template (EMRT). Dieses branchenweit etablierte Instrument ermöglicht einen standardisierten Austausch von Lieferketteninformationen und trägt zu mehr Transparenz innerhalb komplexer Wertschöpfungsketten bei.
Auch wenn wir derzeit keiner gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung solcher Informationen unterliegen, verstehen wir die Unterstützung unserer Kunden bei der Schaffung von Transparenz als wichtigen Bestandteil einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Zusammenarbeit.
Konfliktmineralien: Welche Rolle spielt Kupfer?
Im Zusammenhang mit Lieferkettentransparenz wird häufig der Begriff „Konfliktmineralien“ verwendet. Darunter werden in regulatorischen Kontexten in erster Linie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG) verstanden, deren Abbau in bestimmten Regionen mit Konfliktfinanzierung oder Menschenrechtsrisiken in Verbindung gebracht wurde.
Kupfer kann grundsätzlich ebenfalls aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten stammen. Im Unterschied zu den 3TG-Metallen existiert hierfür derzeit jedoch keine spezifische EU-Sorgfaltspflichtenregelung für Importeure. Die Nutzung des EMRT im Kupferkontext erfolgt daher nicht zur Erfüllung regulatorischer Konfliktmineralvorgaben, sondern zur Förderung von Transparenz und zur Unterstützung branchenüblicher Lieferkettenkommunikation.
Was ist das EMRT?
Das EMRT wurde von der Responsible Minerals Initiative entwickelt und dient als standardisierte Vorlage zur Weitergabe von Informationen über Mineralien entlang der Lieferkette. Neben Angaben zu Schmelzen und Raffinerien umfasst es auch standardisierte Fragen zu Unternehmensrichtlinien, Lieferantenanforderungen, Risikobewertung und Maßnahmen im Umgang mit identifizierten Risiken. Diese Angaben ermöglichen eine Einschätzung der Lieferkettenprozesse, stellen jedoch keinen Herkunftsnachweis oder eine gesetzliche Compliance-Bestätigung dar.
Wichtig ist aus unserer Sicht die klare Einordnung:
Das EMRT ist kein Zertifizierungssystem und liefert keine physische Rückverfolgbarkeit bis zur Mine. Vielmehr handelt es sich um ein Kommunikationsinstrument, das verfügbare Informationen aus vorgelagerten Lieferketten strukturiert zusammenführt und weitergibt. Genau in dieser Funktion setzen wir es bei Südkupfer ein.
Auch wenn das Template ursprünglich im Umfeld konfliktbezogener Mineraltransparenz entwickelt wurde, erfolgt seine Nutzung im Kupferkontext heute primär aus Gründen der Marktanforderung, Standardisierung und Kundenkommunikation, nicht aufgrund einer regulatorischen Konfliktmineralzuordnung.
EMRT Version 2.1 — Erweiterung und gestiegene Relevanz
Die aktuell eingesetzte Version 2.1 unterscheidet sich in ihrer praktischen Bedeutung deutlich von früheren Versionen des Templates. Während die ursprünglichen Ausgaben vor allem auf einzelne kritische Mineralien ausgerichtet waren, wurde der Anwendungsbereich schrittweise erweitert.
Mit Version 2.0 wurden ab 2025 insbesondere folgende Entwicklungen relevant:
- Einbeziehung zusätzlicher strategischer Metalle wie Kupfer
- stärkere Ausrichtung auf industrielle Transparenzanforderungen
- erweiterte Struktur zur Darstellung von Smelterinformationen
- bessere Anschlussfähigkeit an regulatorische Entwicklungen (z. B. Lieferkettenanforderungen und ESG-Reporting)
Für ein Handelsunternehmen im Kupfermarkt bedeutet dies konkret, dass das EMRT heute häufiger Bestandteil von Kundenanfragen ist als noch vor wenigen Jahren und eine deutlich größere praktische Relevanz besitzt.

Die Rolle von Südkupfer innerhalb dieses Prozesses
Südkupfer agiert innerhalb der Metalllieferkette als Händler. Wir betreiben weder Bergbau noch Verhüttung oder Raffination und greifen daher auf Informationen unserer vorgelagerten Partner zurück.
Unsere Aufgabe besteht darin, diese Informationen in einer Form bereitzustellen, die für Kunden nutzbar und anschlussfähig ist. Das EMRT hat sich hierfür als sinnvoller Standard etabliert.
Das Template wird bei Südkupfer auf Basis der verfügbaren Lieferantendaten erstellt und regelmäßig aktualisiert. Es umfasst insbesondere Angaben zu relevanten Schmelzen und Raffinerien innerhalb der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Das EMRT dient dabei als standardisierte Informationsgrundlage für alle Gesprächspartner. Individuelle, kundenspezifische EMRT-Versionen erstellen wir nicht.
Praxisrealitäten globaler Lieferketten
Bei der Nutzung des EMRT ist es wichtig, typische Gegebenheiten der Metallindustrie zu berücksichtigen.
- Raffinerien verarbeiten Rohstoffe aus unterschiedlichen Quellen
- Materialien werden entlang der Lieferkette weiterverarbeitet und zusammengeführt
- Handelsströme werden aggregiert und international verteilt
- eine physische Rückverfolgbarkeit bis zur Mine ist im Handelssegment branchenüblich nicht vorgesehen
Daher gilt:
Die Nennung eines Smelters im EMRT stellt keine Aussage über den Ursprung einzelner gelieferter Materialchargen dar, sondern spiegelt die verfügbaren Informationen aus vorgelagerten Strukturen wider.
Vor diesem Hintergrund ist neben der Struktur globaler Lieferketten auch der tatsächliche Materialfluss in industriellen Produktionsprozessen zu betrachten.
Einordnung zum Materialfluss sowie zum Bei- und Freistellungsgeschäft
In Gesprächen mit Kunden stellen wir gelegentlich fest, dass die Funktionsweise industrieller Materialflüsse sowie des sogenannten Bei- und Freistellungsgeschäfts nicht immer eindeutig nachvollziehbar ist. In der Metallindustrie werden Kupfermengen häufig nicht physisch von einem Standort zum nächsten transportiert, sondern bilanziell geführt und innerhalb der Lieferkette umgebucht.
Beim Bei- und Freistellungsgeschäft stellt ein Marktteilnehmer Materialmengen zur Verfügung („Beistellung“) oder gibt entsprechende Mengen zur Nutzung frei („Freistellung“), ohne dass zwangsläufig eine physische Lieferung erfolgt. Die Mengen werden auf Materialkonten geführt und entsprechend den Produktions- und Lieferanforderungen zwischen den beteiligten Parteien verrechnet.

Für die industrielle Weiterverarbeitung bedeutet dies, dass das tatsächlich in einem Vorprodukt eingesetzte Kupfer nicht zwingend aus einer spezifischen physischen Lieferung stammt, sondern aus dem verfügbaren Materialpool des verarbeitenden Unternehmens. In Schmelz-, Gieß- und Fertigungsprozessen werden Materialströme regelmäßig zusammengeführt, umgeschmolzen oder flexibel eingesetzt. Eine chargenscharfe Zuordnung des Materials zu einzelnen Bauteilen oder Endprodukten ist vor diesem Hintergrund branchenüblich nicht vorgesehen.
Wir können daher transparent über unseren eigenen Beschaffungsprozess und die vorgelagerten Lieferketteninformationen Auskunft geben. Für eine physische Rückverfolgbarkeit innerhalb von Bauteilen oder Baugruppen ist jedoch die jeweilige Produktions- und Lieferstruktur unserer Kunden und deren Vorlieferanten maßgeblich.
Aus unserer Erfahrung entsteht gelegentlich der Eindruck, dass das von uns gelieferte Kupfer unmittelbar in die Produktion spezifischer Vorprodukte einfließt. Tatsächlich erfolgt der Materialeinsatz in industriellen Prozessen flexibel und orientiert sich an Produktionsabläufen, Qualitätsanforderungen und Materialverfügbarkeiten.
Für eine detaillierte Rückverfolgung physischer Materialflüsse empfehlen wir daher, zusätzlich die direkten Vorlieferanten der jeweiligen Komponenten einzubeziehen.
Einkaufslogik & Transparenz
In der Praxis beobachten wir, dass Unternehmen ihre Transparenz- und Sorgfaltspflichtanfragen häufig auf Lieferanten mit hohem Einkaufsvolumen konzentrieren. Da der Materialwert von Kupferkathoden einen wesentlichen Kostenanteil darstellt, stehen Händler und Metalllieferanten dabei naturgemäß im Fokus entsprechender Anfragen.
Die tatsächliche Verarbeitung des Kupfers erfolgt jedoch in den nachgelagerten Fertigungsstufen. Die bei direkten Vorlieferanten anfallenden Umarbeitungs- und Verarbeitungskosten liegen häufig unter internen Prüf- oder Schwellenwerten und werden daher nicht immer mit gleicher Tiefe betrachtet.
Für eine umfassende Transparenz entlang der Wertschöpfungskette ist es jedoch entscheidend, auch diese direkten Vorlieferanten einzubeziehen. Dort findet die physische Verarbeitung des Materials statt, und dort entstehen die entscheidenden Informationen zur tatsächlichen Verwendung innerhalb von Komponenten und Baugruppen.
Transparenz zu vorgelagerten Lieferketteninformationen kann durch uns bereitgestellt werden. Eine vollständige Nachvollziehbarkeit innerhalb von Produkten entsteht jedoch erst durch die Einbindung aller relevanten Prozessstufen.
Aus unserer Erfahrung führt eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette zu deutlich belastbareren Ergebnissen als eine ausschließliche Fokussierung auf materialwertbasierte Einkaufsvolumina.

Mehrwert für Südkupfer Kunden
Die Bereitstellung des EMRT unterstützt unsere Kunden insbesondere bei:
- eigenen Berichtspflichten
- Lieferkettenbewertungen
- internen Risikoanalysen
- ESG-Dokumentation
- standardisierter Kommunikation mit ihren Abnehmern
Unser Ansatz ist dabei bewusst pragmatisch: Wir stellen transparente Informationen innerhalb der Möglichkeiten unserer Position in der Lieferkette bereit, ohne Erwartungen an physische Rückverfolgbarkeit zu erzeugen, die in der Branche nicht realistisch umsetzbar sind.
Ausblick:
Die Bedeutung strukturierter Lieferketteninformationen wird weiter steigen, nicht nur regulatorisch, sondern auch marktseitig. Version 2.1 des EMRT zeigt bereits, dass sich Reportinginstrumente zunehmend an strategischen Industriemetallen orientieren.
Südkupfer verfolgt diese Entwicklungen kontinuierlich und passt seine Informationsbereitstellung entsprechend an, um Kunden auch künftig eine verlässliche und praktikable Datengrundlage zur Verfügung zu stellen.
Für weiterführende Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.


